Aus ist nicht gleich aus

Der versteckte Stromverbrauch von Elektrogeräten
Meist erkennt man es am roten Lämpchen: Fernseher oder HiFi-Anlage werden zwar nicht genutzt, befnden sich aber trotzdem im Stand-by-Betrieb. Sie können mit der Fernbedienung wieder eingeschaltet werden – eine Bequemlichkeit, die erheblich Strom verbrauchen kann. Gerade wenn ein Gerät längere Zeit, zum Beispiel nachts, ungenutzt bleibt. Dann sollte es mit dem Ausschalter am besten ganz vom Netz getrennt werden.

Hi-Fi Anlage

Das einzige Problem: Viele Geräte verfügen über keinen echten Ausschalter, d.h. einen Schalter, der das Gerät vollständig vom Netz trennt. Sie verbrauchen auch dann noch Strom, wenn sie vermeintlich ausgeschaltet wurden – eine weitere Ursache für Leerlaufverluste und unnötigen Stromverbrauch. Ein Beispiel: Obwohl Sie Ihren CD-Spieler direkt am Gerät ausschalten, können Sie den Player trotzdem mit der Fernbedienung anstellen. Das Gerät bleibt also ständig am Netz und verbraucht Strom. Auch wenn das unter Umständen nicht durch eine leuchtende Diode angezeigt wird.
Andere Geräte im Haushalt können ebenfalls Kosten im Leerlaufbetrieb verursachen. So kann die Ladestation Ihrer elektrischen Zahnbürste im dauerhaften Stand-by-Betrieb pro Jahr Stromkosten von 5€ verursachen. Lust auf Cappuccino? Eine durchschnittliche KaffeeEspresso-Maschine mit Warmhaltevorrichtung für Tassen kann Sie mehr als 50€ Strom pro Jahr kosten – verursacht durch dauerhaften Leerlaufbetrieb.
Also achten Sie darauf, Ihre Geräte nach dem Gebrauch bzw. dem Aufaden vom Netz zu trennen. Das spart Strom und entlastet den Geldbeutel.
Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, was Sie gegen unnötigen Stromverbrauch tun können.

Eine klare Angelegenheit

Kauf und energieeffizienter Gebrauch von Geschirrspülern
Eine energieeffiziente Spülmaschine kommt mit weniger Strom und Wasser aus als ein geübter Handabwäscher. Allerdings sollte die Spülmaschine immer mit dem Energiespar- oder Umweltprogramm betrieben werden. Dies trägt häufig die Bezeichnung ECO, Spar, Intelligent o.ä. Dieses Programm spült meist bei 50°C und reicht bei einem Gerät mit Waschwirkung „A“ völlig aus, damit das Geschirr strahlend sauber wird. In den anderen Spülprogrammen sind die Verbrauchswerte deutlich höher. Das Energiesparprogramm dagegen dauert zwar länger, spart aber viel Energie ein: gut für den Geldbeutel, gut für das Klima.

Geschirrspüler

Generell gilt: Die Maschine immer voll beladen. Denn die Programmfunktion „1/2“ reduziert zwar den Stromverbrauch, aber nicht um die Hälfte. Und selbst wenn die Spülmaschine mal nicht ganz voll beladen ist, wird das Geschirr mit dem Energiespar- oder Umweltprogramm energieeffizienter gespült als mit dem Programm für halbe Maschinen oder dem Automatikprogramm. Das Vorspülen des Geschirrs unter laufendem Wasser ist bei modernen Maschinen übrigens nicht mehr notwendig.
Wenn es der Platz in Ihrer Küche zulässt, entscheiden Sie sich am besten für eine große Maschine für 12 bis 14 Gedecke. Eine voll beladene große Spülmaschine braucht pro Gedeck weniger Energie als eine kleine Maschine, in die nur 8 bis 9 Gedecke passen.
Viele Geschirrspüler können direkt an die Warmwasserversorgung angeschlossen werden. Das spart Strom und ist sinnvoll, wenn die Warmwasseraufbereitung besonders energieeffizient erfolgt – etwa mit einer modernen Gas- oder Ölheizung, mit einer Solaranlage oder mit Fernwärme. Die Zuleitungen müssen außerdem möglichst kurz und gut isoliert sein.

Energieeinsparung durch hydraulischen Abgleich

Wasser geht immer den Weg des geringsten GWiderstandes – auch der Heizwasserstrom auf dem Weg zu den Heizkörpern und zurück zum Kessel. Ohne hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage kann sich diese Gesetzmäßigkeit vielfältig negativ auswirken.

Der Weg zur optimierten Heizung
Um das Heizsystem optimal einzustellen sind drei Maßnahmen erforderlich:

* der hydraulische Abgleich an den Heizkörpern durch Wassermengenbegrenzung an Thermostatventilgehäusen oder Rücklaufverschraubungen
– Falls die Ventile oder Verschraubungen nicht begrenzbar sind, sollten sie entsprechend nachgerüstet werden.

* die Einstellung der ausreichenden Differenzdrückhöhe an der Pumpe und/oder an den Differenzdruckreglern
– Falls notwendig, wird eine neue, elektronisch geregelte Pumpe und/oder Differenzdruckregler/automatische Strangventile eingebaut und die Förderhöhe bzw. der Differenzdruck eingestellt.

* die Einstellung der Vorlauftemperatur am zentralen Regler

Das bedeutet:
Alle Komponenten, die für die Heizungsoptimierung einbezogen werden, sind entweder schon vorhanden oder können mit wenig Aufwand nachgerüstet werden.

Die richtige Einstellung der Heizungsanlage bringt greifbare Spareffekte
Im Durchschnitt aller optimierten Heizungsanlagen wurden pro Quadratmeter und Jahr ca. 10 Kilowattstunden Energie eingespart. Das entspricht etwa einem Liter Heizöl bzw. einem Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter und Jahr. In neuen oder baulich modernisierten Gebäuden kann die Einsparung noch deutlich höher sein. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass der Einspareffekt auch vom Nutzerverhalten und von den Witterungsbedingungen beeinflusst wird.

Die Sache lohnt sich
Die Heizungsoptimierung ist eine sehr wirtschaftliche Energiesparmaßnahme, weil mit wenig Aufwand viel erreicht werden kann. Überschlägig betrachtet lässt sich der Effekt so darstellen:

* Um eine Kilowattstunde Heizenergie einzusparen, müssen bei der Heizungsoptimierung durchschnittlich zwischen 2 und 4 Cent aufgewendet werden.

* Eine Kilowattstunde Heizenergie kostet heute zwischen 5 und 7 Cent.

* Zusätzlich wird in den meisten Fällen elektrische Hilfsenergie für Pumpen eingespart.

hydraulischer Abgleich

Vorteile mit hydraulisch abgeglichenen Heizungen:

Mehr Heizkomfort durch
* gleichmäßige Wärmeabgabe
* Vermeidung von Strömungsgeräuschen
* bessere Regelbarkeit der Anlage

Geringere Kosten durch
* weniger Energieverbrauch (Brennstoff, Strom)
* schnellere Amortisierung der Kosten für Brennwertgeräte und Wärmedämmung
* höhere Betriebssicherheit / längere Lebensdauer der Komponenten

Weniger Umweltbelastung durch
* verringerten Energieverbrauch / niedrigere Emissionen

Schont Bildschirm und Haushaltskasse

Informationstechnik effizient nutzen
PC, Bildschirm, Drucker – sie stehen fast ständig unter Strom, auch wenn sie nicht genutzt werden. Um den Stromverbrauch während kurzfristiger Arbeitspausen trotzdem zu senken, nutzen Sie am besten die Energiesparfunktion Ihres Rechners. Sie ist bei modernen Computern installiert,
manchmal aber bei der Auslieferung nicht aktiviert. Sie fnden diese Funktion in der Systemverwaltung unter Menüpunkten wie „Energieoptionen“ oder „Energie sparen“. Detaillierte Informationen, wie Sie bei Ihrem Computer das Power Management konfgurieren können, fnden Sie im Internet unter: www.stromeffzienz.de.
Bildschirmschoner mit bewegten bzw. farbigen Bildern erhöhen sogar manchmal den Energieverbrauch. Während längerer Arbeitspausen schalten Sie die Geräte deshalb besser ganz aus. Auch bei Geräten der Informationstechnik hilft eine schaltbare Steckdosenleiste, um Leerlaufverluste zu vermeiden. Der Vorteil: Mit einem Knopfdruck sind alle Geräte vom Stromnetz getrennt.

Notebook

Notebooks werden von externen Netzteilen mit Strom versorgt. Werden diese nach Gebrauch nicht vom Netz getrennt, können Sie diesen Energieverbrauch sogar spüren: Das Netzteil fühlt sich warm an, obwohl es im Moment gar keine Funktion erfüllt. Trennen Sie externe Netzteile also nach der Nutzung vom Netz, damit Sie unnötigen Stromverbrauch vermeiden.
Bei manchen Tintenstrahldruckern ist das vollständige Abschalten allerdings nicht sinnvoll. Nach jedem Einschalten wird der Druckkopf mit Tinte gespült – ein Vorgang, der mehr Kosten für Tinte verursacht, als Sie durch energieeffziente Nutzung sparen. Fragen Sie Ihren Händler, ob auch Ihr Gerät betroffen ist!
Ein Großteil des Stromverbrauchs an Ihrem Arbeitsplatz geht auf Kosten Ihres Monitors. LCD-Bildschirme (Englisch: Liquid Crystal Display) verbrauchen im Vollbetrieb deutlich weniger Strom als konventionelle Röhrenbildschirme. Hier, wie auch bei allen anderen Gerätearten, gilt: schon beim Kauf auf niedrigen Stand-by-Verbrauch achten. Sparsame Geräte benötigen in diesem Modus nicht mehr als ein Watt.
Sie wollen sich einen neuen Computer kaufen? Ein Laptop ist im Vergleich zu einem zusammengesetzten Rechner (Monitor, Rechnereinheit, Tastatur) mit vergleichbarer Leistung die effzientere Alternative.

Ausgezeichnetes Licht

Entscheidungshilfe: Die Energieeffizienzklassen von Lampen
Über die Energieeffizienz einer Lampe informiert das EU-Label, das Sie auf der Produktpackung finden. Dieses Label weist die Energieeffizienzklassen aus. „A“ bedeutet, dass die Lampe einen niedrigen Energieverbrauch hat; bei Klasse G ist der Energieverbrauch sehr hoch. Damit können Sie bereits beim Einkauf verschiedene Lampenmodelle nach deren Energieeffizienz vergleichen.
Wegen ihrer geringen Energieeffizienz kommen Glühlampen in der Bewertung nicht über die Klasse D hinaus. Anders dagegen die Energiesparlampen, die meist die Klasse A erreichen. In die Klasse B steigen sie nur dann ab, wenn sie aus ästhetischen Gründen von einem milchigen Glaskolben umhüllt werden, der etwas Licht absorbiert.

EU-Energielabel

Bei Leuchtstofflampen in Stab- oder Ringform heißt es: Klasse A oder B. 230-Volt-Halogenlampen findet man in den Klassen D und E. Niedervolthalogenlampen und Lampen mit Reflektor werden nicht mit dem EU-Label gekennzeichnet.
Achten Sie beim Kauf also auf das EU-Label oder die jeweils höchste Energieeffizienz, und lassen Sie sich kein G für ein A vormachen.

Hinterher ist man immer klüger

Was Sie über Haushaltsgeräte wissen sollten
Ein echter Lebensabschnittspartner: Ob Waschmaschine, Kühlschrank oder Herd – Haushaltsgeräte bleiben heute in der Regel 10 bis 15 Jahre an Ihrer Seite. Deshalb lohnt es sich, beim Kauf nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Energieeffizienz des neuen Geräts zu achten.

Kühlschrank

Wussten Sie, dass über ein Drittel des privaten Stromverbrauchs auf Kosten von Kühlschrank und Co. geht? Die so genannte Weiße Ware birgt ein erhebliches Einsparpotenzial. Achten Sie deshalb beim Kauf neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis auch auf die Energieeffizienz der Geräte – d.h. auf die Angaben des einheitlichen EU-Energieetiketts (EU-Label).
Hier erfahren Sie, wie Sie in der Küche und beim Wäsche waschen Energie sparen, worauf Sie beim Kauf eines neuen Geräts achten sollten und wie Sie das EU-Label für Haushaltsgeräte nutzen können.

Gute Unterhaltung muss nicht viel kosten

Unterhaltungselektronik effizient nutzen

Hi-Fi Anlage

Wenn die CD zu Ende ist, die HiFi-Anlage einfach direkt am Gerät ausschalten! Ein Verstärker zum Beispiel kann zig Watt aufnehmen, obwohl die Boxen gerade stumm sind. Oft ist allerdings gar kein echter Ausschalter vorhanden – vor allem bei Satelliten- und Digital-TV-Receivern (wie z.B. DVB-S oder DVB-T-Boxen). Manche dieser Geräte benötigen 10 Watt und mehr im Stand-by-Modus.
Informieren Sie sich also schon beim Kauf über den Stand-by-Ver-brauch des Geräts – es lohnt sich. Fragen Sie Ihren Händler, er informiert Sie gern.
Mit einer schaltbaren Steckdosenleiste lässt sich unnötiger Stromverbrauch auch bei Geräten ohne echten Ausschalter vermeiden. Bei Kompaktanlagen, Video- und DVD-Recordern ist zu beachten, dass Einstellungen wie Uhrzeit und Datum durch die Trennung vom Stromnetz verloren gehen können – ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt Ihnen Aufschluss darüber.
Kommunikationstechnik effzient nutzen.
Häufg werden Geräte der Kommunikationstechnik, wie zum Beispiel Handy-Ladegeräte, durch externe Netzteile mit Strom versorgt. Bleibt das Netzteil auch dann in der Steckdose, wenn das dazugehörige Gerät nicht aufgeladen oder betrieben wird, entstehen Leerlaufverluste. Das lässt sich vermeiden: Einfach nach dem Ladevorgang den Stecker ziehen!

Das wirft ein gutes Licht auf Sie

Typische Beleuchtungssituationen
Von den Deckenstrahlern im Flur bis zur Nachttischleuchte – hier erfahren Sie, welche energiesparenden Lampen zu Ihren Leuchten passen. Und wie die Energieeffizienz in Ihren Haushalt einziehen kann.

Leuchtensysteme mit Halogenlampen (Seilsysteme)
Seilsysteme kommen in den verschiedensten Räumen zum Einsatz. Sie werden meist über eine längere Distanz durch den Raum gespannt und mit mehreren Lampen bestückt. Aus Sicherheitsgründen werden sie als Niedervoltsysteme betrieben.

Deckenstrahler
Deckenstrahler geben Licht von der Decke nach unten in den Raum. Sie sind für mehrere Lampen ausgelegt und kommen häufig in Räumen zum Einsatz, in die nur wenig Tageslicht dringt. Deshalb sollen die verwendeten Lampen hier helles – aber nicht grelles – und klares Licht abstrahlen. Speziell zu diesem Zweck gibt es kompakte Energiesparlampen mit Reflektor.

Steh- und Pendelleuchten
Stehleuchten findet man im Haushalt fast überall. Manche Modelle sind neben ihrer Hauptleuchte mit einer zusätzlichen schwenkbaren Leseleuchte ausgestattet, in der entweder konventionelle Glühlampen oder Halogenlampen zum Einsatz kommen. In Ess- und Wohnzimmern können Pendelleuchten für die richtige Stimmung sorgen.

Deckenfluter

Deckenfluter
Deckenfluter beleuchten die Raumdecke von unten und geben so indirektes Licht. Sie befinden sich meist in Wohn- und Schlafzimmern – eben dort, wo das Licht eine gemütliche Atmosphäre schaffen soll. Deshalb sollten Sie bei der Lichtfarbe von Deckenflutern auf einen warmen Weißton setzen.

Energiesparen – eine Klasse für sich.

Grundsätzlich empfielt es sich, schon bei der Anschaffung von Neugeräten auf deren Energieeffizienz zu achten. Herkömmliche Haushaltsgeräte (wie z.B. Elektroherd, Wäschetrockner, etc.) sind mit einem einheitlichen EU-Energielabel gekennzeichnet.

EU-Energielabel

„A“ steht dabei für einen verhältnismäßig niedrigen, „G“ für einen ausgesprochen hohen Energieverbrauch. Viele Verbraucher kennen dieses Energielabel bereits von entsprechend gekennzeichneten Waschmaschinen oder Kühlgeräten. Auch bei elektrisch geregelten Heizungspumpen gibt es eine Kennzeichnung mit „A“. Kaufen Sie daher nach Möglichkeit immer ein Gerät mit „A“-Klassifizierung. So lässt sich Strom und bares Geld sparen.

Kleine Ursache mit großer Wirkung

Stromsparen und Klimaschutz – jeder kann etwas tun

Fernseher

Wussten Sie, dass über 10 Prozent des privaten Stromverbrauchs auf die Rechnung von Fernseher, Stereoanlage, PC und Co. gehen? Tendenz steigend. Oft wird Strom durch unnötigen Stand-by-Betrieb und andere Leerlaufformen vergeudet. Eine Verschwendung, die in einem durchschnittlichen Haushalt jährlich Stromkosten von etwa 90€ verursachen kann.
Doch schon mit geringem Aufwand können Sie diese Kosten deutlich reduzieren. Das hilft Ihrer Stromrechnung genauso wie der Umwelt. Denn die Erzeugung von Strom aus Kohle, Gas und Öl hat Kohlendioxid-Emissionen zur Folge, die als mitverantwortlich für den Klimawandel gelten. Selbst wenn der Beitrag jedes Einzelnen sehr klein erscheinen mag, bei rund 39 Millionen Haushalten kommt einiges zusammen.
Hier erfahren Sie, welche Geräte unnötig Strom verbrauchen und was Sie dagegen tun können.